EDGE Speed
Der Datenturbo EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) erreicht die hohe Surf-Geschwindigkeit durch die Einführung eines zusätzlichen Modulationsverfahrens. Die Datendienste GPRS und HSCSD werden zu E-GPRS und ECSD erweitert. Dabei ist es von Vorteil, dass sich die Aufrüstung mit mäßigem Aufwand in die GSM-Netze integrieren lässt und die schon vorhandenen Mobiltelefone nicht gestört werden. Während für den GSM-Standard das GMSK-Verfahren (Graussian Minimum Shift Keying) verwendet wird, kommt bei EDGE das 8-PSK-Verfahren (8-Phase Shift Keying) zum Einsatz. In einem guten Übertragungskanal mit wenig Störung kann EDGE pro Zeiteinheit dreimal so viele Bits wie mit dem GSM-Standard übertragen. In einem weniger guten Kanal kommt es dagegen zu häufigen Bit-Fehlern. Hier ist die GMSK-Modulation die bessere Wahl, weil weniger fehleranfällig. In dem Dienst E-GPRS gibt es daher die Möglichkeit, je nach Qualität des Kanals zwischen GMSK und 8PSK umzuschalten. Durch die optimierte Anpassung von Modulation und Kodierung an den Kanal kann der EDGE-Speed deutlich erhöht werden. Durch die Netzaufrüstung wird ein High Speed-Übertragung mit Datenraten von bis zu 59,2 KBit/s pro Timeslot ermöglicht. Theoretisch kann EDGE bis zu acht Timeslots nutzen, was dann einer Geschwindigkeit von bis zu 473 KBit/s entspräche. GPRS hingegen erreicht mit vier Timeslots eine Datenrate von maximal 171,2 KBit/s. Die meisten Mobilgeräte, die EDGE unterstützen, gehören zur EDGE-Klasse 10. Das bedeutet, diese Endgeräte besitzen maximal vier Slots für den Downlink und zwei für den Uplink. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit von 473 KBit/s bei der Datenübertragung wird mit diesen Geräten nicht erreicht. Realistisch ist ein Surf-Speed von bis zu 220 KBit/s im Download sowie maximal 110 KBit/s im Upload, beispielsweise beim mobilen Versenden von E-Mails.