EDGE Netz

Die GSM-Erweiterung EDGE wird als Zwischenschritt auf dem Weg hin zum Breitband-Standard UMTS angesehen. In ländlichen Regionen kann EDGE mittelfristig auch als UMTS-Ersatz dienen. Während die Telecom Italia Mobile als erster europäischer Anbieter EDGE einführte, fand der Ausbau in Deutschland relativ spät statt: T-Mobile startete die EDGE-Aufrüstung im März 2006, seit dem Frühjahr 2008 ist die Technik flächendeckend im GSM-Netz von T-Mobile verfügbar. Bei der EDGE-Technologie handelt es sich um eine Weiterentwicklung des GSM-Standards, die sich mit mäßigem Aufwand in die Mobilfunknetze integrieren lässt. Das ist gerade für die Netzbetreiber von großem Vorteil. Im Prinzip muss lediglich die Software der GSM-Basisstationen aktualisiert und gegebenenfalls einzelne Komponenten ausgetauscht werden. Auch stört EDGE die schon vorhandene Mobiltelefone nicht, eine gleichzeitige störungsfreie Nutzung von GSM/GPRS- und EDGE-fähigen Endgeräten in derselben Funkzelle ist möglich.. Für den Datenturbo EDGE sind also keine neuen Sender und Antennen nötig, es muss nur die bestehenden Infrastruktur aufgerüstet werden. Dies ist einfacher und kostengünstiger zu realisieren als der Aufbau ein komplett neuen Mobilfunknetzes. Das EDGE-Netz bietet die Dienste ECSD und E-GPRS. ECSD ist eine Weiterentwicklung des GSM-Datendienstes HSCSD. E-GPRS ist eine Evolution des Paketdatendienstes GPRS. Beide Weiterentwicklungen bieten deutlich höhere Übertragungsraten als das herkömmliche GSM-Netz. Üblich sind Raten zwischen 150 und 200 kBit/s. Das ist zwar deutlich weniger als im Breitbandnetz, entspricht aber immerhin einer mehrfachen ISDN-Geschwindigkeit und erlaubt einen schnellen Datentransfer über ein mobiles Endgerät an nahezu jedem Standort.